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Ernst Barlach

Bildhauer, Graphiker, Schriftsteller. Geboren am 2. Januar 1870 in Wedel (Holstein), 1888-1891 Studium an der Gewerbeschule Hamburg. 1891-1895 Studium an der Kunstakademie Dresden, 1895/96 Studium in Paris, u.a. an der Académie Julian. In den folgenden Jahren arbeitet Barlach vorwiegend als Bildhauer in Hamburg und Altona, wobei er sich noch stark an den Maßgaben von Jugendstil und Symbolismus orientiert.

1907/08 Barlach zeichnet für die Münchener Satirezeitschrift "Simplicissimus". Er ist Mitglied in der "Berliner Secession". In dieser Zeit beginnt er auch seine Tätigkeit als Schriftsteller. 1909 Barlach bezieht ein Atelier in Florenz, das ihm durch ein Villa-Romana-Stipendium zur Verfügung gestellt wird. 1910 Umzug nach Güstrow/Mecklenburg. Barlach fällt immer eine gesonderte Rolle innerhalb des deutschen Expressionismus zu. Er reduziert das Äußere, d.h. den Körper seiner Figuren, auf das Nötigste, um in ihren Gesichtern und Händen seine innere Verfassung darzustellen. 1914 Barlach beginnt mit der Arbeit an der Figur "Der Rächer".

1915/16 Barlach erlebt als Landsturmmann in Sonderburg (heute: Dänemark) den Ersten Weltkrieg. In der nachfolgenden Zeit treten verstärkt biblische Motive und die Kampfthematik in seinem Werk auf. 1919 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste. Durch diese Aufnahme sowie die Veröffentlichung seiner Dramen und Holz-schnittzyklen durch den Kunsthändler Paul Cassirer findet Barlach sowohl als Schriftsteller wie auch als Graphiker breite Anerkennung. 1924 Ehrung seiner dramatischen Arbeiten durch die Verleihung des Kleistpreises. 1925 Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München.

1926 Barlach beginnt, öffentliche Aufträge zu plastischen Antikriegs-Denkmälern auszuführen (u.a. 1928/29 Ehrendenkmal im Magdeburger Dom, 1928 "Geistkämpfer" in Kiel). Angriffe und Kritik bleiben jedoch nicht aus, so daß Barlach die Entwürfe für Malchin und Stralsund zurückziehen und den Figurenfries an der Lübecker Katharinenkirche unvollendet lassen muß. 1933 Wahl zum Ritter der Friedensklasse des Ordens "Pour le Mérite". 1936 Barlachs Werke werden mit denen von Käthe Kollwitz und Wilhelm Lehmbruck in der Jubiläumsausstellung der Preußischen Akademie der Künste beschlagnahmt. 1937 Beschlagnahmung von 371 seiner Arbeiten und Erteilung eines Ausstellungsverbots durch die Nationalsozialisten. Die Figurengruppe "Christus und Johannes" wird in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt. Werke aus dieser Zeit wie "Das schlimme Jahr 1937" oder "Frierende Alte" spiegeln seine Situation innerhalb der Gesellschaft, die Erfahrung des Ausgestoßenseins, des erlebten Hasses und der Verachtung wider.

1938 Am 24. Oktober: Ernst Barlach stirbt in Rostock und wird auf dem Domfriedhof Ratzeburg beigesetzt.

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